La Goulette ist eine Hafenstadt am nordöstlichsten Rand Tunesiens. Sie beherbergt etwa 86.000 Einwohner und wurde im Jahr 1881 unter französischer Belagerung gegründet; seit 1956 ist der Landstrich unabhängig. Zwischen 1881 und 1956 lebten hier vorwiegend Europäer, insbesondere italienische Einwanderer. La Goulette liegt circa 10 km von der Hauptstadt Tunis entfernt. Beide Städte sind durch einen 8 km langen Damm miteinander verbunden, der durch den See von Tunis führt ("Lagunendamm").
Wirtschaftlich kommt La Goulette eine zentrale Bedeutung als Handelshafen zu. Die meisten Häfen Tunesiens können aufgrund ihrer geringen Größe nicht von allen Schiffen angesteuert werden, sodass der Wasserverkehr fast ausschließlich über La Goulette läuft. Darüber hinaus ist La Goulette ein wichtiger Knotenpunkt für den Tourismus: Die Autofähren nach Italien und Frankreich haben hier ihre Endterminals, ebenso legen zahlreiche Kreuzfahrtschiffe am Hafen an.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das spanisch-osmanische Fort "Carraca" und das mächtige Arsenaltor. Ein altes, italienisch geprägtes Viertel mit Namen "Klein-Sizilien" erinnert noch heute an die italienischen Einwanderer La Goulettes.